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© by Sandra Jordi-Halter 2006-2008

FAMILIENFEST MIT HINDERNISSEN



Mein Bruder hatte Geburtstag, also versammelte sich meine Familie, wie es üblich war an solchen Tagen, bei meinen Eltern zu Hause.
Als ich ankam, war mein Bruder mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn bereits anwesend. Meine Schwester und ihr Freund trafen gerade ein als auch Nicolas und ich bei meinen Eltern auf den Parkplatz fuhren. "Na Schwesterchen, bei dir alles so weit in Ordnung?" begrüsste mich meine Schwester und küsste mich auf die Wange. "Klar“, antwortete ich. Was hätte ich auch anderes sagen sollen, es war momentan ja wirklich alles super. Ich war seit zwei Monaten mit Nicolas zusammen, frisch verliebt und glücklich. Auch im Job lief alles bestens. Ich hatte also keinen Grund mich zu beklagen. Ich gab die Frage an meine Schwester zurück. "Und du? Auch alles gut?" "Aber sicher“, meinte meine Schwester und schaute glücklich zu ihrem Freund, mit dem sie seit zwei Jahren zusammen war. Sie lächelten sich an. Ich begrüsste ihren Freund, er meinen und als sich nach einiger Zeit alle begrüsst und ein paar Worte gewechselt hatten, traten wir ein. Freudig wurden wir von meinen Eltern umarmt. Sie baten uns Platz zu nehmen und so stiessen wir an auf den Geburtstag meines Bruders. Tja, das war der Anfang von einem kleinen Ende. Wir sassen nun also da am grossen, langen Tisch meiner Eltern und hatten einen fröhlichen Nachmittag vor uns. Der kleine Sohn meines Bruders war wie immer der umschwärmte Mittelpunkt der ganzen Familie und alle freuten sich über die Fortschritte, die er in den letzten Wochen gemacht hatte.
Am anderen Tischende sassen meine Schwester und ihr Freund und Nicolas. Komisch nur, dass sie sich kaum miteinander unterhielten.
Darüber machte ich mir zunächst keine Gedanken, ich war viel zu sehr damit beschäftigt, mit meinem kleinen Neffen zu spielen. Wie gerne hätte auch ich bald einmal Kinder. Am liebsten natürlich von Nicolas. Er war wirklich der Inbegriff dessen, was ich mir unter Traummann vorstellte, gebildet, höflich, lieb und äusserst romantisch, erfüllte er alles was ich mir erträumt hatte.
Auch meine Familie mochte ihn gut leiden und so schien einer baldigen Hochzeit nichts im Wege zu stehen.
Als mein kleiner Neffe zu Bett ging, zog es mich zu Nicolas. Wohlig kuschelte ich mich in seine Arme und genoss die Nähe zu ihm. Meine Schwester und ihr Freund waren immer noch sehr ruhig, ein Umstand, der mir zu denken gab. Als sie kurz darauf in die Küche ging, folgte ich ihr.
"Hey, Schwesterherz, sag mir doch, was dich bedrückt! Ich spüre, dass etwas nicht so ist wie sonst. Du und Marc seid so ruhig!" Ohne Vorwarnung fing sie an zu weinen. "Ich bin schwanger!" Zuerst schaute ich sie nur an, dann ging ich aber zu ihr und nahm sie in die Arme. "Oh Schatz, ich freu mich ja so für euch! Stell dir vor, bald bist du Mama!" Sie weinte immer noch. "Aber, aber, warum weinst du denn so? Es gibt sicher schlimmeres als der Umstand, schwanger zu sein! Freust ihr euch denn gar nicht?" Ich schaute sie liebevoll an.
sie wich meinem Blick aus. "Ach wenn du wüsstest! Ich bin nicht schwanger von Marc, sondern von einem anderen!“ Mir fiel die Kinnlade runter. Daran hatte ich nun wirklich nicht gedacht. „Weiss es Marc?“ fragte ich. „Ja, ich habe es ihm gesagt. Als er merkte, dass ich schwanger war, war klar, dass es nicht von ihm sein konnte, da er zeugungsunfähig ist.“ „Oh je, das tut mir leid. Das wusste ich nicht.“ Sie sah mich nur vorwurfsvoll an. „Wer ist denn der wahre Vater?“ fragte ich weiter. Doch sie begann nur noch mehr zu heulen und meinte, dass sie mir das nicht sagen könnte. Ich liess sie also eine Weile in Ruhe, ging zu Nicolas und kuschelte mich wieder in seine Arme.
Keine zehn Minuten später stürzte meine Schwester zu uns ins Wohnzimmer und schrie Nicolas an: „Du bist so ein verlogener Hund!“ Ich begriff nicht, was oder wen sie damit ansprechen wollte und schaute nur von ihr zu Nicolas und wieder zurück. Dann sprach sie an mich gewandt: „Er ist der Vater meines Babys. Er hat mich geschwängert.“ Ich konnte nicht glauben, was ich da gerade gehört hatte. Fassungslos schaute ich zu Nicolas, der meine Schwester anschrie: „Wir hatten ausgemacht, dass du nichts sagst!“ Mit dieser Aussage hatte er sich sogleich ins Abseits katapultiert und ich wusste, dass es wahr war, was meine Schwester sagte. Ich wollte nicht wissen wieso, warum, ich wollte einfach nur weg. Mit einem Schlag hatte ich meinen Freund und meine Schwester verloren und aus dem Familienfest wurde das absolute Familienfest mit Hindernissen und einer Katastrophe. Von nun an hasste ich Familienfeste.

Autoren: Kiyogini, Halterli