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© by Sandra Jordi-Halter 2006-2008

UND DANN KAM ER...



Es war wieder einer dieser öden Freitagabende, an denen ich kein Date hatte. Ich mochte schon gar nicht mehr zählen, wie viele Tage seit meinem letzten, erfolglosen, Date verflossen waren.
Meine Freundin, die seit Jahren eine glückliche Beziehung führte rief an und fragte mich, ob ich Lust hätte mit ihr und Marc, so hiess ihr Freund, etwas zu unternehmen. Ich lehnte ab. Wer will schon an einem Freitagabend als Anhängsel eines Paares unterwegs sein?
Ich stellte mich also mal wieder auf einen gemütlichen Fernsehabend zu Hause ein, als plötzlich das Telefon klingelte. Ich nahm an, es wäre eine weitere Freundin, die mich aus Mitleid mitnehmen wollte. Dazu sei gesagt, dass alle meine Freundinnen glücklich verliebt waren und ihre Freitage selbstverständlich mit ihrem Liebsten verbrachten. Die Chance war also klein, dass jemand am Telefon war, der oder die mich davon überzeugen konnte auszugehen. Ich nahm den Hörer ab. "Jalinek," meldete ich mich mit meinem Nachnamen und war bereits gefasst auf die Stimmer einer meiner Freundinnen. Aber am anderen Ende der Leitung meldete sich eine Männerstimme. Und im selben Augenblick dachte ich nur, oh Gott, schon wieder so einer der am Telefon etwas verkaufen will... Ich schrie barsch in den Telefonhörer: "Hören Sie zu, egal was Sie verkaufen, ich will es nicht!". Im selben Augenblick, tat es mir furchtbar leid, ich hatte ihn nicht mal ausreden lassen. "Oh, ich verkaufe nichts. Sind Sie Caroline Jalinek?" fragte er, in so einem warmen Ton, dass ich mehr von seiner Stimme lauschen wollte. "Ja, das bin ich. Doch wer sind Sie, und was wollen Sie von mir?" "Mein Name ist Alex Roth. Sie waren vorhin so aufgeregt, dass Sie es vorhin gar nicht mitbekommen haben. Ich habe Ihr Portemonnaie gefunden. Sie haben es im Café liegen gelassen." Immer noch seiner Stimme lauschend, merkte ich nicht, was passierte und dass er auf meine Reaktion wartete. Bis ich begriff, was da lief.
Ich hatte noch gar nicht gemerkt, dass ich mein Portemonnaie nicht mehr hatte und war froh über diesen ehrlichen Finder. Allerdings wusste ich noch nicht ob er ehrlich war. Wer sagte mir, dass im Geldbeutel auch noch alles drin war, was da drin sein sollte?
Als ich mich wieder gefasst hatte, meinte ich, er könnte mir meinen Geldbeutel doch gleich zurückbringen. „Ich bin zu Hause. Die Adresse steht ja im Seitenfach. Sie werden es schon finden.“ Er willigte ein. Ungefähr eine halbe Stunde später stand er vor meiner Tür und brachte mir mein Portemonnaie mit dem ganzen Inhalt zurück. Er sah so gut aus, dass ich mich hätte ohrfeigen können, wie ich so dastand im Morgenmantel und mit den zerzausten Haaren. Ihn schien es allerdings nicht zu stören. Er lächelte mich an und als ich so in seine Augen sah, war es endgültig um mich geschehen. Er fragte ob er eintreten dürfe. Ich war verwirrt, liess ihn dann aber reinkommen.
Als wir uns so aufs Sofa setzten sah er mich mit seinen wunderbaren braunen Augen an und meinte nur: „Ich habe bis jetzt nie an Liebe auf den ersten Blick geglaubt, aber ich glaube vor ein paar Minuten habe ich gemerkt, dass es das doch gibt!“
Wir küssten uns, stürmisch und leidenschaftlich, wie ich noch nie einen Mann geküsst hatte. Nur kurze Zeit später waren wir ein Paar und nun schon seit über einem Jahr glücklich! Und wenn wir nicht sterben, dann sind wir es auch morgen noch!

Autoren: Halterli und Rejeka