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© by Sandra Jordi-Halter 2006-2008

EIN KURZES LEBEN



Ein trauriger Tag nahm seinen Lauf, als der neun Jahre alte Tom sich am Morgen mit dem Fahrrad auf den Weg zur Schule machte. Er holte sein Fahrrad aus der Garage und winkte seiner Mutter wie jeden Tag noch einmal zu.
An der nächsten Straßenecke warteten schon seine Schulkameraden auf ihn. Gemeinsam machten sie sich, auf den Weg. Tom fuhr zuvorderst doch einer seiner Freund überholte ihn immer wieder und so machten sie ein Spiel daraus sich immer wieder zu überholen. Auch die anderen zwei Schüler, die mitfuhren, machten mit und so wurde eine richtige Irrfahrt daraus. Zuerst überholte der eine, dann der andere, dann zwei miteinander und so ging das immer weiter. Manches Auto überholte die vier Kinder. Dabei war äusserste Vorsicht geboten, denn nie wusste man, wann einer der Schüler mit seinem Fahrrad wieder ausscheren und zum Überholen ansetzen würde. Dass ihre ganze Spielerei im Strassenverkehr eigentlich eine ganz gefährliche Sache war bekamen sie nicht mit. Es war ihnen egal, was um sie herum geschah, den Verkehr nahmen sie nicht wahr. Erst als ein Auto hupte erschraken sie kurz, lachten dann aber über den „blöden“ Autofahrer, der es gewagt hatte darauf aufmerksam zu machen, dass das was sie machten sehr unvorsichtig war.
Nach den vier Kilometern Schulweg, die sie zu absolvieren hatten, kamen sie sicher in der Schule an. Tom und seine Freunde waren sehr aufgedreht und konnten den Erklärungen der Lehrerin kaum folgen. Es war doch viel spannender aus dem Fenster zu sehen und den beiden Katzen zuzuschauen, die sich einen wilden Kampf lieferten. Tom war eigentlich ein recht guter Schüler, aber heute war überhaupt nicht sein Tag. Er war froh, als es klingelte und er endlich in die Pause durfte. Noch besser ging es ihm, als er sich am Mittag wieder auf sein Fahrrad setzen und auf den Nachhauseweg machen durfte. Wiederum lieferte er sich mit seinen Freunden unschöne Szenen im dichten Mittagsverkehr. Dass er heil nach Hause kam grenzte fast an ein Wunder.
Am Nachmittag erging es ihm nicht besser. Sowohl auf dem Schulweg, als auch im Unterricht war er nicht DER Tom, den er sonst war. Normalerweise war er vernünftig, mochte es nicht unnötige Risiken einzugehen, aber heute, heute war alles anders.
Als er am Abend nach Hause kam, meinte seine Mutter, dass sie noch einkaufen gehen müsste. Da sie verschiedene Besorgungen zu erledigen habe, würden sie in die 15 Kilometer entfernte Stadt fahren. Tom wollte mit. Natürlich sagte seine Mutter nicht nein, obwohl sie ihn manchmal schon alleine zu Hause lassen konnte, war sie froh, dass er von sich aus mitwollte und so durfte er sich auf den Beifahrersitz setzen. Seine Mutter startete den Motor und so fuhren die beiden in Richtung Stadt. Vielleicht dürfte er sich ein Spielzeug aussuchen, dachte Tom… Er war ganz in seine Träume und Gedanken versunken und bekam kaum mit, dass einer seiner Klassenkameraden direkt vor das Auto seiner Mutter lief. Der Aufprall war so stark, dass es den Jungen in weitem Bogen auf die Strasse zurückschleuderte. Geschockt stieg Toms Mutter aus. Sie rannte zu dem Jungen und beauftragte Passanten den Krankenwagen zu rufen. Sofort gesellten sich unzählige Gaffer an den Unglücksort. Tom stand unter Schock und brauchte ebenfalls medizinische Betreuung. Als die Rettungskräfte eintrafen war es für Toms Klassenkameraden bereits zu spät. Den ganzen Tag lieferten sie sich mit dem Fahrrad wilde Überholjagden und nichts passierte. Was passierte am Abend? Eine Sekunde Unaufmerksamkeit und ein kurzes Leben war für immer vorbei……

Autoren: Margrit und Halterli